Microgreens

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Microgreens? Nie gehört.

Rettich Microgreens
Rettich Microgreens

Ich gehe durch den Famila-Markt in Teterow, blättere in der Zeitschriften-Abteilung und lese eine Überschrift: „Microgreens – winzig klein und maxifein“.

Dazu ein Bild mit Sprossen – das Ganze in der Zeitschrift „Natürlich gärtnern“ Ausgaben 2/2016. Da werde ich direkt neugierig und kaufe mir die Zeitschrift.

Zu Hause blättere ich sie gleich durch und lese „Während im Ausland Microgreens schon länger als „Superfood“ die Runde machen, sucht man die winzig kleinen Salat- und Gemüseblättchen in Lebenmittelläden oft vergebens. Microgreens sind weder Sprossen noch Schnittsalat, sondern irgendetwas dazwischen. Man kann sie ganz einfach selbst anbauen“. Warum muss es alles englisch sein? Und unter „Superfood“ geht es auch nicht, noch nicht mal beim natürlich gärtnern.

Aber die Idee ist toll:

GrünkrautundSprossenKleine Pflanzen werden geerntet, wenn mindestens 2 Keimblätter voll entwickelt sind

Man nehme also Saatgut (möglichst bio, unbehandelt) von würzigen Salaten, Rucola, Mizuna, Senf, Kopfsalat, Mangold, Rote Beete, Melde, verschiedene Kohlsorten, Radieschen, Dill, Koriander, Kerbel, Basilikum, Kresse und Karotten oder Erbsen. Dieses wird gemischt ausgesät, entweder im Garten auf einem kleinen Beet oder auf der Fensterbank, auf dem Balkon, in Schalen, Töpfen, Schüsseln, Plastikschalen von Karotten… was gerade da ist. Sogar Eierschalen sind möglich.

Die Behälter sollten wenigstens 5 cm tief sein und möglichst Löcher haben (auf Untersetzer stellen).

Dazu braucht man noch eine feine, komposthaltige Erde.

Man gibt die Erde in die Schalen, presst sie mit einem Brett an, und nun werden die Samen ausgesät. Größere Samen wie Erbsen oder Linsen würde ich vorher einweichen. Der Abstand zwischen den Samen beträgt etwa einen halben Zentimeter. Nun werden die Samen ca. Mit 5mm Erde bedeckt und warm gestellt. Die Oberfläche kann man je nach Temperatur/ Sonneneinstrahlung mit einem Wassersprüher täglich feucht halten.

Wenn man jede Woche eine Schale aussät, hat man jede Woche frische Microgreens (Sprossen)

Koriander Microgreens
Koriander Microgreens

Die kleinen Blättchen haben verschiedenen Farben, Formen, Geschmacksrichtungen und sind intensiver als die großen Blätter. Nach 2-3 Wochen können sie geerntet werden, im Freiland kann es auch 4 Wochen dauern. Die Zeitschrift natürlich gärtnern empfiehlt im Gartenbeet unkrautfreie (erhitzte) Erde für die Aussaat zu verwenden, aber ich finde es nicht so schlimm, wenn zwischen meinen Blättchen mal eine Melde oder eine Vogelmiere erscheint. Die sind noch gesünder als gezüchtetes Gemüse.

Wenn man bei der Ernte die Keimblätter erntet, wachsen sie nicht wieder nach, wenn man sie aber stehen lässt, bis die nächsten Blätter gewachsen sind, und diese vorsichtig mit der Schere schneidet, treiben sie wieder aus.

Durch die verschiedenen Farben werten die Microgreens jeden Salat und jedes Butterbrot auf, sind bei Gourmets dank der intensiven Aromen sehr beliebt. Die Wurzeln bleiben im Unterschied zu Sprossen im Boden, geerntet wird nur der obere Teil der Pflanze. Frau Nöcker nennt es in ihrem Buch Grünkraut, Dr. Brian Clement empfiehlt besonders

Microgreens Rauke, Chinasalat, Mangold
Microgreens Rauke, Chinasalat, Mangold

Erbsen als eiweißreiche Salatbeigabe.

Dass die zarten Pflänzchen nur nach Bedarf geerntet werden, und bis zum Essen nicht lange lagern sollten, versteht sich von selbst,

denn sie sind sehr zart und verlieren schnell das Wasser.

Also, ich bin schon beim Ausprobieren, bin voll infiziert vom Microgreen-Virus und werde demnächst ein Vide
Microgreens in Schale
Microgreens in Schale
o dazu drehen.

Meine Schalen stehen auf der Fensterbank, und so bald es wärmer wird, fange ich draußen an. Ich liebe die grünen Blätter im Salat.

Um noch mal auf „Natürlich Gärtnern“ zurückzukommen: der Empfehlung, die Blättchen in Smoothies zu verwenden, werde ich nicht nachkommen – da geht der Geschmack glatt unter. Und dass es durch Sprossen verschiedene Lebensmittelvergiftungen gab, unter anderem 2011 durch infizierte Sprossen nordafrikanischer Herkunft verweise ich in das Reich der Halb- und Viertel-Wahrheiten. Die meisten Lebensmittelvergiftungen sind auf Fleisch und Fisch zurückzuführen, wer´s nicht glaubt, dem empfehle ich „Die Suppe lügt“ von Hans-Ulrich Grimm, der hat´s recherchiert.
Das Buch öffnet die Augen über die

„Lebensmittel“ in Supermärkten und Fastfood-Restaurants. Unbedingt lesenswert.

Übrigens: Hier gibt´s ein tolles Sprossen-Set bei Amazon von Garbanzo-Shop: Das Saatgut ist auch für die Anzucht von Microgreens geeignet. Nur dann wird es eben in Erde und andere Schalen ausgesät.

 

 

 

 

 

Grüne Smoothies - die Sonne im Glas

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